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SEAMOUNT - gegründet 2002
Der Bandname bedeutet "unterseeischer Berg". Erlaubt ist eine Vielzahl an Interpretationen. Die schlüssigste: Sie sind riesig, aber keiner bemerkt sie.

Line-Up
Jan Kossdorff / vocals, guitar
Tobias Wurscher / drums
Boris Borutta / bass (siehe auch DAYNA METROPOLIS)

Gastmusiker
Könnte mal ein Thema werden. Da gibt es nämlich diesen einen Song, zu dem eine Trompete passen würde wie Miles Davis' Faust auf Dave Grohls Aug.
Ansonsten sind als Gastmusiker jederzeit besonders die Proberaum-Kollegen von MUDFUZZ und four x willkommen. Kollaborationen mit befreundeten Bands wie CON ART, COMAAH oder DAYNA METROPOLIS würden möglicherweise auch Spaß machen!

Stil
Indie-Rock
Zumal die Band nicht durch eine Casting-Show für Jahre an den ORF gebunden ist, stimmt das Independent irgendwie. Es steht aber ganz sicher nicht für finanzielle Unabhängigkeit. Am "Rock" ist sowieso nicht viel herumzurütteln, alles andere würde auf Dauer unglücklich machen.
Gute Songs schreibt man nicht, man findet sie. Inzwischen haben SEAMOUNT einen Ranzen voll Lieder gesammelt, die alle genug Ellbogen besitzen sollten, um sich in der freien Musikwildbahn gegen sensible Pop-Miniaturen oder eingängige Alternative-Kracher behaupten zu können. Was das heißen soll: Merkbarkeit ist wichtig. Dass das dann hin und wieder in Richtung Merkwürdigkeit geht, ist fast unvermeidbar und schon in Ordnung.

Status
Auszeit auf unbestimmte Zeit
Interview 2005
Wie oft probt ihr? Wie oft seht ihr euch privat?
"Geprobt wird zwei Mal die Woche, gar nicht so selten wird aber nur geprobt, wer die dümmste Ausrede hat, nicht zu spielen. Privat sehen wir uns beim ampers-club, außer der Boris verschläft."
Wie entstehen eure Songs?
"Meistens werden Song-Ideen, die der Jan gemeinsam mit Käsebroten und Sunkist von zu Hause mitbringt, in Bandbesetzung interpretiert. Dabei kann sich je nach Qualität des Materials und Strenge der Mitmusiker sehr wenig bis sehr viel an den Songs ändern. Gut möglich aber auch, dass beim Jammen ein Thema auftaucht, das alle zum Schmunzeln oder Schwitzen bringt, was beides ein gutes Zeichen sein kann. Dann geht der Jan mit leerem Jausensack wieder heim und überlegt sich, wie man aus der neuen Idee etwas basteln kann, das mal ein Lied werden könnte. Texte kommen nur vom Jan, der sich diese unter schlimmen Schmerzen aus jenem Teil des Hirns schneidet, wo der Frustfortsatz, der melancholische Lappen und sein englischer Vokabelspeicher aufeinander treffen."
Welche fünf Alben haben euch maßgeblich beeinflusst?
Jan
Weezer - Blue Album: Vergleichsweise spät entdeckt, dann aber über etwa ein Jahr mit einer Hingabe gehört, dass meine anderen CDs bis heute nicht über die Kränkung hinweggekommen sind. Melodien, die einem einen Muskelkater vom Gänsehautkriegen bescheren. Steigerungen, Übergänge und Ausbrüche, dass die Refrains beinahe zur Nebensache werden. Und zum Schluss 'Only in Dreams' ('you can't avoid her, she's in the air, in between molecules of oxygen and carbon dioxide'), die Carmina Burana des Poprock.
Pearl Jam - Vitalogy: 'Nothingman' lernt man rasch lieben, bei 'Bugs' brauchen manche etwas länger. Für jeden Riesenhit auf der Scheibe mit dem Anatomiebuchartwork finden sich Anti-Knaller wie 'Hey Foxymophandlemama, That's Me' oder 'Aye Davanita'. Wer dazu tanzt, ist mein Freund. Schön, schwierig, völlig unverzichtbar.
Helmet - Meantime: Pipi Langstrumpf wäre vielleicht am liebsten wie Lara Croft. Und ich würde gerne so spielen wie Page Hamilton. Aber man ist, was man ist.
Billy Joel - Songs in the Attic: Billy Joel ist so hip wie Gamaschen tragen, aber wer Songs wie 'Captain Jack' oder 'Seen the lights go out on broadway' hört, ohne eine gewisse Genialität des Songwritings zu bemerken, der soll sich irgendwo zu Tode langweilen, wo alle cool sind.
Ben Folds - Rockin the Suburbs: Das Album, zu dem sich Billy Joel Fans, die ihr Outing noch vor sich haben, mit ruhigem Gewissen bekennen. Das hier hat nämlich zusätzlich zu hinreißenden Melodien auch unheimlich viel Schmäh, was das Commitment zu dieser Scheibe deutlich leichter macht. Und der Titeltrack ist sowieso das Lustigste, was je auf einer CD drauf war, die nicht von Josef Hader kommt.

Tobias
Absoluter Liebling: 'Superunknown' von Soundgarden. 11 Jahre alt und noch immer der absolut geilste Sound, der je auf einem Album zu hören war, dazu grandiose Songs, und der coolste Schlagzeuger überhaupt: Matt Cameron
Tool - Lateralus: Tool lassen einen zwar 5 Jahre auf jedes Album warten, dafür entdeckt man auch 6 Jahre später noch neue Details in der Musik. Intelligent, düster, technisch perfekt, 8 min lange Lieder; Musiker-Herz, was willst du mehr.
Smashing Pumpkins - Mellon Collie: Dieser kahle Diktator (Billy Corgan, Anm.) könnte wohl darüber, dass er seine Autoschlüssel verloren hat, furchtbar erdrückend traurige Lieder, und dass ein Fox-Terrier sein Bein begattet hat, herrlich melancholische Schnulzen schreiben, und sie wären trotzdem genial.
Jetzt wird's schwer. Würde sagen ... irgendein Album von New Model Army, ich verspüre tiefste Zuneigung zu jedem ihrer Werke. Vielleicht noch 'Doolittle' von den Pixies, weil's einfach Spaß macht!

Boris
Metallica - Black Album: Ein Monolith, der einsam und unangefochten in der Soundlandschaft steht. Oft kopiert, und trotzdem nie erreicht. Manchen zu glatt und mainstreamig, aber bei genauem Hinhören ein absolutes Meisterwerk. James Hetfield spielt eine Pappgitarre ... ja ja.
Pink Floyd - Dark Side of the Moon: Die Kehrseite des Monolithen (Kubrick, schau oba!). Songwriting, Sound: alles perfekt, berührend und eingängig. Melancholisch und nachdenklich, einfach wunderschön.
Frank Zappa - Sheik Yerbouti: 'Does Humor belong in Music?' Auf jeden Fall! Ein Album zum Niemals-Satt-Hören. Die Lieder, der Sound, die Texte, die Produktion, der Humor. Ein Mann, dem das Prädikat 'Genie' gebührt.
Queen - A Night at the Opera: Jedes Lied eine Treffer, von hart bis zart, von hart-elektrisch zu süß-akustisch, experimentell und eingängig, alles zugleich. Ach ja, Brian May rules!
Type 0 Negative - Bloody Kisses: Der Monolith Part 2. Eckig und kantig, böse und hart, erregend und befriedigend. Wenn es in Swingerclubs endlich mal so was spielen würde.
Welchen Song würdet ihr gerne covern bzw. habt ihr schon gecovert?
"Da gab's mal die Idee, 'Unsung' von Helmet zu covern. Aufgegeben. 'Thirty-three' von den Pumpkins haben wir ein paar mal geprobt. Für die Bühne aber eher nichts. Tatsächlich live performt haben wir 'Lucky Man' von The Verve. Da waren allerdings zwei Kerle mit am Mikro, die den Song nicht kannten, aber voll abgegangen sind, das war dann eigentlich richtig scheiße."
Auf welcher Bühne performt ihr am liebsten? Wo würdet ihr gerne einmal auftreten?
"B72 ist fein, Shelter auch. Aber der Garten von Jans Eltern in Hietzing ist im Sommer die lässigste Location überhaupt. Ein Secret Gig dort vor ein paar Jahren war mit Sicherheit das Coolste, das im 13. Bezirk je passiert ist. Was uns auch exorbitant gut gefällt, ist das Knaack in Berlin. Und das Magnet. Und das Wild at Heart. Berlin + Bands = gut."
Euer grandiosester Gig? Euer erbärmlichster?
"Also unser grandiosester Gig fand zweifellos im B72 statt. Vor lauter Ausgelassenheit warf Jan zum Schluss sogar ein Plektron ins Publikum (worüber er sich später gegrämt hat, weil er sich ein neues kaufen musste). Nein, dort waren wir echt ganz gut. Der Soundcheck war so mistig, dass wir uns vor dem Konzert gesagt haben: Egal, ob wir uns hören, oder uns überhaupt wer hört, wir werden jetzt rocken, bis keine Saite mehr an der Klampfen hängt. Letztlich war der Sound dann eigentlich ganz okay, und wir waren sagenhaft souverän und sympathisch. Ein Online-Fanzine hat später eine Kritik über das Konzert gebracht, und der offensichtlich sehr verwirrte Redakteur schrieb sinngemäß: 'Sleeping with Shoes on' (ein SEAMOUNT-Song, Anm.) wäre bei SEAMOUNT programmatisch. Hat er gemeint, wir pennen auf der Bühne? Oder wie? Aufgrund dieser bitteren Erfahrung mit der Presse ist dieser Gig gleichzeitig auch unser erbärmlichster."
Wen würdet ihr als Gast-Musiker (auch internationale) auf der Bühne begrüßen wollen?
"Billy Corgan, weil der eine gescheite Band braucht im Moment. Die Sugababes, weil die sind 3 fesche Hasen, wir sind 3 flotte Hirsche, es passt einfach. 50 Cent, Eminem und Snoop Dogg, weil unsere Omas ihre Musik lieben."
Mit welchen österreichischen Bands würdet ihr gerne zusammen auf Tour gehen?
"Vielleicht mit den Wiener Philharmonikern, die bringen ordentlich Leute. Ansonsten mit jeder Band, die hat, was uns fehlt: einen schneidigen Tourbus, Jägermeister-Sponsoring, einen tollen Koch, Mädchen mit lockerer Moral, diese neue Portable Playstation ... Es stimmt, wir haben dem Rock'n'Roll-Mythos überhaupt keine neuen Ideen hinzuzufügen."
Was wollt ihr als Band erreichen?
"Das Bundesverdienstkreuz der Republik Österreich. Eine SEAMOUNT-Statue gegenüber vom Johann Strauss Denkmal wäre auch eine nette Geste. Aber in Wirklichkeit ist das ja eine gute Frage. Wir wären froh, wenn jemand nach einem unserer Konzerte sagt: 'Ja, ja, ganz okay. Ich hol mir noch ein Bier.' Viel mehr Begeisterung ist aus den Leuten sowieso nicht herauszuholen. Oder vielleicht wer freiwillig einen Button von uns auf seiner Lieblingsjacke trägt. Nein, jetzt wissen wir, was wir erreichen wollen: Dass ein Werbespot für Hubertus-Bier mit einem unserer Songs untermalt wird, vorzugsweise mit 'Part of Your Life': 'It's the wrong conclusion, it's a beer that's poisoning the mind ...'. Kapiert keiner, wurscht."
Discographie
• Demo-CD in Arbeit

Kontakt / Booking

Jan Kossdorff
jvk@chello.at
+43-676-918 40 75

Bandkontakt: seamount@gmx.net


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