| "Hallo
St. Pölten!" begrüßten Die Sterne das Publikum und lagen damit
nur ein wenig falsch, die nächst größere Stadt ist nun mal St.
Pölten. Heißen hätte es müssen "Hallo Hofstetten!" oder "Hallo
Pielachtal!" Genau dort fand erstmals das NUKE-Festival statt
(in den Jahren davor wurde noch im Atomkraftwerk Zwentendorf
konzertiert). Ein großräumiges Gelände samt Badeteich, um den
sich anfangs mehr Publikum scharrte als um die Bühne. Die Hitze
forderte ihre Opfer, in diesem Fall die Opener-Acts. Die Local-Heroes
Jugendstil ließ das kühle Nass aber kalt und rockten munter
drauf los. Ihr Heimspiel bewegte langsam aber sicher die Festivalbesucher
vor die Bühne. Die Hitze ging, der Regen kam. Für Fu Manchu
aus "It never rains in California" eher ungewöhnliche Verhältnisse,
für die Hamburger Kante und Die Sterne übliche Bedingungen.
Sterne-Sänger Frank Spilker inspirierte der Regen zu unterhaltsamen
Zwischenansagen, seine Gitarre gutierte das immer wieder mit
Ausfällen - "Sterne gg. Technik: 0 zu 1." Heißer Ragga-Dancehall
von Gentleman vertrieb dann die Feuchtigkeit aus allen müden
Knochen, keiner konnte und wollte sich den mitreißenden Rhythmen
entziehen. Ein im Einklang tanzendes Publikum ergab ein harmonisches
Bild. Danach war es wieder an der Zeit die Gitarren auszupacken,
doch nicht die angekündigten Sportfreunde Stiller sondern Heinz
(aus Wien) klinkten sich in ihrer Verstärker ein (aufgrund einer
Gehirnerschütterung des Sportfreunde Stiller-Schlagzeugers,
mussten die Münchner ihr Konzert absagen). Aber Heinz waren
mehr als würdiger Ersatz, und ihr Schlagzeuger konnte sogar
noch ein Rad nach dem anderen schlagen. Wer sich mit Zwan noch
eine Steigerung erwartet hatte, musste ein wenig enttäuscht
hinnehmen, dass Billy Corgan's Band doch eintönig dahin schrammelte.
Trotz hervorragender Musiker und wunderschönen Arrangements
ließen die lang ausgekosteten Instrumental-Parts kaum Stimmung
aufkommen. Schade, von der charismatischen Band hätte man sich
mehr erhofft, aber wenigstens sorgte die entzückende Bassistin
Paz Lechantin (Ex-A Perfect Circle) für optische Entschädigung.
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