Also sprach der Veranstalter: "Lasset die Massen zu uns kommen!"
Und sie kamen. Somit ging leider ein wenig der Platz aus. Enormes
Gedränge und unendliche Schlangen bei Toiletten oder Gastroständen
waren die Folge. Der Kollaps kam am Abend des ersten Tages,
als die Zu- und Abgänge komplett verstopft waren, und Leute
mit gültiger Eintrittskarte das Gelände vorübergehend nicht
betreten durften. Natürlich schürte das die Unzufriedenheit
der Festivalbesucher. Aber Fehler passieren, Fehler sind menschlich.
Das Leben ist ungerecht, will man nicht wahrhaben, ist aber
so. Großveranstaltungen bringen immer derartige Probleme mit
sich, und kein Festival auf dieser Welt ist davor gefeit. Es
muss auch gesagt werden, dass jene IQ-Giganten, die gegen eine
aus dem Alternative Zelt strömende Menge drängen - das sollte
eigentlich wie bei der U-Bahn funktionieren, zuerst aussteigen
lassen, dann einsteigen - oder sich mitten im Getümmel auf den
Boden setzen, beim nächsten Mal besser zuhause bleiben. Anzunehmen,
dass genau diese Problemkinder nachher am lautesten geschrieen
und sich beschwert haben. Auf jeden Fall wurde von Seiten des
Veranstalters prompt reagiert. Eine zusätzliche Umgehung wurde
freigemacht und einige Gastrostände fanden einen neuen und besseren
Platz. Und das war auch gut so, denn am zweiten Tag waren noch
mehr Menschen auf dem Gelände. Diese Maßnahmen verhinderten
mit Sicherheit das Schlimmste. Aber, egal ob Hurricane- oder
Frequency-Festival, einem Massenandrang zu den Bühnen hält kein
Eingangssystem stand. Einen Stau muss man in Kauf nehmen - Festival-Alltag
ist oft keine Kinderjause. Dass der Sound der Main Stage das
Alternative Zelt ordentlich beschallt und übertönt hat, ist
natürlich ärgerlich und nahezu unverzeihlich, aber man wird
eine Lösung fürs nächste Jahr finden (angeblich soll das Alternative
Zelt außerhalb des Salzburg Rings, somit nicht mehr im Dezibel-Bereich
der Hauptbühne, angesiedelt werden). Alles in allem ist nichts
Gröberes passiert und es herrschte friedliche Stimmung, die
zum Großteil dem vielfältigen Line-Up zu verdanken war - wer
andächtig aber doch ein wenig ausgelassen der Musik lauscht,
kann kaum Unfug treiben. Die Hoffnung auf ein feines Frequency
2004 stirbt zuletzt.
Die Highlights: Ash, Travis, Seeed, Wir sind Helden, Blackmail,
Sportfreunde Stiller, Placebo, Metallica und natürlich aus den
rockcity-Reihen Comaah, 3 Feet Smaller und Wedekind. |